„Haben Sie eine Wohnung für mich?“, mit diesen Worten
stand vor einigen Wochen ein Mann vor unserer Kirchentür.
„Ich wohne gleich in der Nähe und mein Vermieter hat
Eigenbedarf angemeldet. Jetzt suche ich dringend eine
neue Unterkunft. Ich habe noch zwei Wochen Zeit, am
Geld scheitert es nicht. Ich verdiene gut.“ Nachdem wir
als Pfarrgemeinde keine Immobilien besitzen, konnte
ich nur Adressen und Anlaufstellen nennen, die eventuell
für den Übergang ein freies Zimmer oder eine
kleine Wohnung zur Verfügung stellen können.
Aber zumindest ein offenes Ohr hatte ich im Angebot
und so entwickelte sich ein nettes, kleines Gespräch.
2025 feiern wir den 25. Geburtstag unserer Messiaskapelle.
Jubiläen sind Anlässe, zurückzuschauen. Aber
auch der neugierige, offene und gespannte Blick
nach vorne hat seinen Platz. So halten wir es auch mit
unserem Jubiläum und unter diesem Leitgedanken
gestalten wir auch den Festgottesdienst am
14. September um 10 Uhr u.a. mit Superintendent
Matthias Geist.
Plötzlich klingelt es und ein Mensch steht da mit einem
Anliegen. Mich hat diese Begegnung an der Kirchentür
sehr berührt. Weil ich mir gedacht habe: „Dafür sind
wir Kirche!“ Da ist jemand in einer Notlage. Und er
kommt zu uns. Und hier wird ihm
die Tür geöffnet und ein offenes Ohr
geschenkt. Und Hilfe angeboten –
zumindest für den ersten Schritt hin
zu einer Lösung.
Wenn wir auf 25 Jahre Messiaskapelle
zurückblicken, dann
danken wir Gott für alles, was hier
gewachsen ist. Zugleich wollen
wir mutig nach vorne schauen: Welche Türen können
wir auch in Zukunft öffnen, damit Menschen Heimat,
Hoffnung und Zuspruch finden?
Jesus Christus spricht: „Siehe, ich stehe vor der Tür und
klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hört und die
Tür auftut, zu dem werde ich hineingehen und das
Abendmahl mit ihm halten und er mit mir.“
(Offenbarung 3,20)
So feiern wir unser Jubiläum – dankbar für die
Vergangenheit, offen für die Gegenwart und hoffnungsvoll
für die Zukunft.
Ihr Pfarrer Stefan Fleischner-Janits