· impuls · 2 Minuten Lesezeit

Damit Zukunft möglich bleibt

Es gibt Orte, die mehr sind als nur Gebäude. Orte, in deren Mauern sich Geschichten eingeschrieben haben. Unsere Gemeinde ist mit einem solchen Ort verbunden: dem Haus in der Seegasse 16.
Viele von uns gehen dort ein und aus. Doch was sich hier in der Zeit des Nationalsozialismus ereignet hat, ist nur in Ansätzen bekannt. Das wollen wir ändern. In den kommenden Jahren werden wir die Geschichte dieses Hauses erforschen und sichtbar machen.

PDF

Es gibt Orte, die mehr sind als nur Gebäude. Orte, in deren Mauern sich Geschichten eingeschrieben haben. Unsere Gemeinde ist mit einem solchen Ort verbunden: dem Haus in der Seegasse 16.<br/> Viele von uns gehen dort ein und aus. Doch was sich hier in der Zeit des Nationalsozialismus ereignet hat, ist nur in Ansätzen bekannt. Das wollen wir ändern. In den kommenden Jahren werden wir die Geschichte dieses Hauses erforschen und sichtbar machen.

Es gibt Orte, die mehr sind als nur Gebäude. Orte, in deren Mauern sich Geschichten eingeschrieben haben. Unsere Gemeinde ist mit einem solchen Ort verbunden: dem Haus in der Seegasse 16.

Viele von uns gehen dort ein und aus. Doch was sich hier in der Zeit des Nationalsozialismus ereignet hat, ist nur in Ansätzen bekannt. Das wollen wir ändern. In den kommenden Jahren werden wir die Geschichte dieses Hauses erforschen und sichtbar machen.

Im Mittelpunkt steht die Schwedische Israelmission in Wien, die hier ihren Sitz hatte. Ihre Geschichte ist widersprüchlich: Hilfe für Verfolgte – und zugleich Verstrickung in ein Unrechtssystem. Diese Ambivalenz auszuhalten, ist eine wichtige Aufgabe des Erinnerns.

Gerade rund um den 5. Mai, dem “Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus” erinnern wir in Österreich bewusst der Opfer des NS-Regimes – besonders der Jüdinnen und Juden, die verfolgt und ermordet wurden.

Denn Erinnerung gehört zum Zentrum unseres Glaubens. Die Bibel ruft immer wieder: „Gedenke!“ Auch wir leben davon, dass wir uns erinnern – im Gottesdienst, im Abendmahl, in unserem gemeinsamen Leben. Erinnern heißt: Vergangenes wird gegenwärtig, damit es uns verändert.

Das Projekt „Erinnerungsort Seegasse 16“ lädt dazu ein, gemeinsam zu lernen: multiperspektivisch, offen und mit Blick auf heute. Es geht nicht nur um Geschichte, sondern auch um Fragen unserer Zeit – um Ausgrenzung, Verantwortung und Zivilcourage.

Gerade weil die Zeitzeug:innen weniger werden, braucht es solche Orte lebendiger Erinnerung. Orte, die uns helfen, hinzusehen und zu fragen: Was bedeutet das für unser Handeln heute?

Mit dieser Frage beschäftigen wir heuer im Rahmen der Langen Nacht der Kirchen mit Diskussion und Workshop.

Christliche Erinnerung bleibt dabei nicht ohne Hoffnung. Wir vertrauen darauf, dass Wahrheit befreit und Veränderung möglich ist.

Ich lade Sie ein, diesen Weg mitzugehen. Damit wir nicht vergessen – und wissen, wie wir heute leben wollen.

Pfarrer Stefan Fleischner-Janits

Teilen:
Zurück zum Blog