„Ihr sollt einander achtsam begegnen, einander
schützen und achten.“ So könnte man in eigenen
Worten zusammenfassen, was Gott uns im Blick auf das
Miteinander in seiner Kirche zuruft. Dass uns Gewaltschutz
ein zentrales Anliegen ist, ist keine bloße Phrase –
wir arbeiten es konkret und sorgfältig aus: Seit 2024 gilt
eine neu überarbeitete Gewaltschutzrichtlinie, die nicht
nur Kinder und Jugendliche, sondern alle Menschen in
unserer Kirche in den Blick nimmt und sowohl präventiv
als auch unterstützend wirkt. Im vergangenen Jahr
haben wir in der Messiaskapelle ein eigenes Gewaltschutzkonzept
erarbeitet und verabschiedet.
Gewalt ist nicht nur „ein Problem da draußen“. Sie kann
dort entstehen, wo Nähe, Vertrauen und Gemeinschaft
gelebt werden. Darum besteht unser Anspruch darin,
Achtsamkeit zur Haltung zu machen: Wir schauen hin,
benennen Grenzen, schützen Schwache und wissen
um die Verantwortung, die wir tragen – als Leitung, als
Gemeinde, als Christinnen und Christen.
Die Bibel macht deutlich: Gottes Herz schlägt für die,
die verletzt sind. In Jesaja lesen wir, wie Gott Zuflucht
und Schutz verspricht – gerade für jene, die schwach
und verletzlich sind (vgl. Jes 25,4).
Seine Gemeinde ist ein Ort der
Gnade, der Heilung und der Achtung,
nicht des Übergehens, des Schweigens
oder der Verdrängung.
Und doch ist klar: Schutz entsteht
nicht von allein. Er braucht klare
Strukturen, Schulung, Reflexion und
den Mut, sich herauszufordern. Die
Gewaltschutzarbeit heißt für uns
nicht nur Regeln zu haben, sondern eine Kultur zu
pflegen: eine Kultur der Respektierung von Grenzen,
der offenen Begegnung und des Schutzes, damit jede
und jeder sich gesehen und geborgen weiß – unabhängig
von Alter, Herkunft, sexueller Orientierung oder
emotionaler Gesundheit.
Als Messiaskapelle wollen wir ein sicherer Ort sein – ein
Ort, an dem Menschen wachsen, heilen und Gemeinschaft
erfahren können.
Mit guten Wünschen für ein gesegnetes Osterfest
Stefan Fleischner-Janits