Im Herbst werden wir uns als Gemeinde zu einer Klausur treffen. Wir tun das in dem Vertrauen, dass Gott mit seiner Kirche noch nicht fertig ist – und auch mit unserer Gemeinde nicht. Vieles ist in den vergangenen Jahren gewachsen: Beziehungen, Engagement, Vertrauen, neue Ideen und liebgewonnene Traditionen. Darauf wollen wir aufbauen. Gemeinsam möchten wir entdecken, was uns trägt, welche Chancen vor uns liegen und welche kleinen Schritte heute möglich sind.
Im Herbst werden wir uns als Gemeinde zu einer
Klausur treffen. Wir tun das in dem Vertrauen, dass Gott
mit seiner Kirche noch nicht fertig ist – und auch mit
unserer Gemeinde nicht. Vieles ist in den vergangenen
Jahren gewachsen: Beziehungen, Engagement,
Vertrauen, neue Ideen und liebgewonnene Traditionen.
Darauf wollen wir aufbauen. Gemeinsam möchten
wir entdecken, was uns trägt, welche Chancen vor uns
liegen und welche kleinen Schritte heute möglich
sind, damit unsere Gemeinde auch in Zukunft ein Ort
bleibt, an dem Menschen Glauben, Gemeinschaft und
Hoffnung erfahren können.
Bei diesen Fragen begleitet mich eine Geschichte aus
dem Alten Testament. Im 13. Kapitel des Buches 4. Mose
sendet Mose Kundschafter in das verheißene Land. Das
Volk Israel befindet sich damals in einer Zwischenzeit:
Die Befreiung aus Ägypten liegt hinter ihnen, das neue
Land vor ihnen. Noch sind sie nicht angekommen.
Die Kundschafter entdecken tatsächlich ein wunderbares
Land. Sie bringen riesige Weintrauben mit zurück
– sichtbare Zeichen der Fülle und der Verheißung Gottes.
Doch als sie berichten, geraten die Trauben immer mehr
in den Hintergrund. Stattdessen sprechen sie von befestigten
Städten, von mächtigen Gegnern und von Riesen.
Die Angst wächst. Die Möglichkeiten
verschwinden aus dem Blick.
Wer auf Kirche und Gesellschaft
schaut, findet manches, das Sorge
macht: sinkende Mitgliederzahlen,
knapper werdende Ressourcen,
Veränderungen, die vertraute
Gewissheiten infrage stellen.
Das alles ist real.
Die „Riesen“ der Geschichte sind nicht eingebildet.
Und doch erinnert uns die Erzählung daran, den Blick
nicht nur auf die Schwierigkeiten zu richten. Die
Trauben waren schließlich ebenso real. Gottes
Verheißung war nicht verschwunden, nur weil Herausforderungen
sichtbar wurden.
Vielleicht beginnt Zukunft genau dort: nicht im
Verdrängen der Schwierigkeiten, sondern darin, die
Trauben nicht aus dem Blick zu verlieren.