
Wer fehlt?
Unsere Gemeinde lebt von vielem, das sich bewährt hat. Doch wie kann sie sich weiterentwickeln, ohne alles neu machen zu müssen? Eine biblische Geschichte gibt darauf eine überraschend einfache Antwort.

Unsere Gemeinde lebt von vielem, das sich bewährt hat. Doch wie kann sie sich weiterentwickeln, ohne alles neu machen zu müssen? Eine biblische Geschichte gibt darauf eine überraschend einfache Antwort.

Im Herbst werden wir uns als Gemeinde zu einer Klausur treffen. Wir tun das in dem Vertrauen, dass Gott mit seiner Kirche noch nicht fertig ist – und auch mit unserer Gemeinde nicht. Vieles ist in den vergangenen Jahren gewachsen: Beziehungen, Engagement, Vertrauen, neue Ideen und liebgewonnene Traditionen. Darauf wollen wir aufbauen. Gemeinsam möchten wir entdecken, was uns trägt, welche Chancen vor uns liegen und welche kleinen Schritte heute möglich sind.

Es gibt Orte, die mehr sind als nur Gebäude. Orte, in deren Mauern sich Geschichten eingeschrieben haben. Unsere Gemeinde ist mit einem solchen Ort verbunden: dem Haus in der Seegasse 16.
Viele von uns gehen dort ein und aus. Doch was sich hier in der Zeit des Nationalsozialismus ereignet hat, ist nur in Ansätzen bekannt. Das wollen wir ändern. In den kommenden Jahren werden wir die Geschichte dieses Hauses erforschen und sichtbar machen.

Ihr sollt einander achtsam begegnen, einander schützen und achten.“ So könnte man in eigenen Worten zusammenfassen, was Gott uns im Blick auf das Miteinander in seiner Kirche zuruft. Dass uns Gewaltschutz ein zentrales Anliegen ist, ist keine bloße Phrase – wir arbeiten es konkret und sorgfältig aus.

Neulich habe ich ein Gespräch belauscht, nicht absichtlich natürlich. Zwei Menschen, die an der Supermarktkassa standen. Die eine sagte: „Ich weiß gar nicht mehr, wann ich das letzte Mal wirklich zur Ruhe gekommen bin.“ Die andere nickte nur und schaute ein bisschen traurig auf ihr Telefon, das wieder vibrierte.

„Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau…“ (Galater 4,4) Zeit – sie ist das große Thema dieser Wochen. Wir merken, wie sie uns zwischen den Fingern verrinnt: Kaum ist der Herbst vorbei, hängen schon die ersten weihnachtlichen Lichterketten, und ehe wir uns versehen, füllen sich unsere Kalender mit Terminen, Einladungen, Feiern und Vorbereitungen.