· impuls · 2 Minuten Lesezeit

Und trotzdem Weihnachten!

Geschenke, Christbaumkugeln, Weihnachtsgans – für das Fest der Feste gibt es in vielen Familien ganz Vorstellungen. Alles hat seinen gewohnten Lauf und die eingeübten Traditionen sind so selbstverständlich, dass gar nicht mehr darüber nachgedacht wird. Es sei denn, etwas läuft schief.

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Geschenke, Christbaumkugeln, Weihnachtsgans – für das Fest der Feste gibt es in vielen Familien ganz Vorstellungen. Alles hat seinen gewohnten Lauf und die eingeübten Traditionen sind so selbstverständlich, dass gar nicht mehr darüber nachgedacht wird. Es sei denn, etwas läuft schief.
Bild mit KI bearbeitet.

Geschenke, Christbaumkugeln, Weihnachtsgans – für das Fest der Feste gibt es in vielen Familien ganz Vorstellungen. Alles hat seinen gewohnten Lauf und die eingeübten Traditionen sind so selbstverständlich, dass gar nicht mehr darüber nachgedacht wird. Es sei denn, etwas läuft schief. Wenn das Spielzeug, das sich die Enkeltochter wünscht, auch im Internet nicht erhältlich ist. Wenn die Schachtel mit den Christbaumkugeln, die schon am Baum hingen, als man selbst Kind war, im Keller einfach nicht auffindbar ist. Oder wenn plötzlich die halbe Familie aus Vegetarier*innen besteht und eine ganze Gans zu viel ist für die Wenigen, die noch Fleisch essen. Und wenn einem dann noch der Teenager-Sohn kurz vorm Heiligen Abend offenbart, dass er heuer den 24. 12. lieber mit seiner neuen Freundin bei ihren Eltern verbringt, bleibt nicht viel übrig von dem, was Weihnachten einmal war.
Als Pfarrer kann ich es mir hier leicht machen und sagen: „Aber, aber! Darum geht es doch gar nicht bei Weihnachten.“ Nun ja, das wissen Sie vermutlich selbst. Ich kenne das ja auch von mir: rund ums Fest gibt es auch für mich Traditionen und Gewohnheiten, die mir heilig sind – und nicht alles davon hat mit Religion zu tun. Und gleichzeitig: so ganz unrecht hätte ich damit vermutlich nicht. Im Mittelpunkt steht etwas ganz Einfaches: die Geburt eines Kindes. Aber mit diesem Kind verbinden Menschen seit 2000 Jahren etwas ganz Besonderes. Als Christ*innen glauben wir: In Jesus kommt Gott selbst zur Welt. Er bleibt nicht auf Distanz, sondern wird Teil unseres menschlichen Lebens. Mit allem, was dazugehört.
Vielleicht liegt gerade darin eine der schönsten Botschaften von Weihnachten: Gott kommt nicht in eine Welt, in der alles in Ordnung ist. Nicht in eine Familie, in der alles nach Plan läuft. Die Weihnachtsgeschichte erzählt von Menschen, die unterwegs sind, von einer Geburt unter schwierigen Umständen und von einer Zukunft, die noch völlig offen ist. Und gerade dort, mitten im Unvollkommenen, kommt Gott uns Menschen nahe.
Ihr Pfarrer Stefan Fleischner-Janits

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